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Schweizerischer Altphilologenverband
Association Suisse des Philologues Classiques
Associazione Svizzera dei Filologi Classici |
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Interdisziplinäre Tagung 2011:
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| 8.30 | Eintreffen mit Kaffee |
| 9.00 | Einführung durch Prof. Dr. Heidi Wunderli, Rektorin der ETH |
| 9.30 | Prof. Dr. R. Kyburz-Graber, Universität Zürich Einblicke in die Forschung zum fächerübergreifenden Unterricht |
| 10.00 | Prof. Dr. L. Gemelli Die Vier-Elemente-Lehre: Überlegungen über die Anfänge einer naturwissenschaftlichen Theorie |
| 11.00 | Vortrag von Prof. Dr. D. Günther, ETH Zürich Die Bedeutung von Spurenelementen für die Rekonstruktion der Vergangenheit und Gestaltung der Zukunft |
| 12.15 | Mittagspause |
| 14.00-15.30 | Workshops |
| 15.30 | Kaffeepause |
| 16.00 | Schlussvortrag: Prof. Dr. B. Binggeli, Universität Basel Quarks, Quasare, Quintessenz. Antike Reminiszenzen im Weltbild der modernen Physik und Kosmologie |
Forschung zum fächerübergreifenden Unterricht hat sich ursprünglich vor allem mit Fragen der bildungspolitischen Begründung und mit strukturellen Fragen zur Art und Weise der Kooperation zwischen Fächern befasst. Neuere Studien fragen vermehrt nach der inhaltlichen Konzeption, dem Wesen des fächerübergreifenden Wissens, dem wissenschaftspropädeutischen Potential und der Frage, wie sich fächerübergreifende Lernleistungen fördern und beurteilen lassen.
Im Referat wird diesen Fragen der "ways of knowing" nachgegangen, sowohl forschungsmethodologisch als auch illustriert an konkreten Unterrichtsbeispielen.
Die Vier-Elemente-Lehre ist heute nicht mehr aktuell, sie hat aber für lange Zeit die Bühne der westlichen Naturwissenschaft beherrscht. Empedokles ist der erste, der vier Elemente als Wurzeln der Welt angenommen hat. Im medizinischen Bereich haben einige Hippokratiker vier Säfte als Grundelemente des Körpers gesetzt. Im Vortrag werden Texte aus dem Gedicht "Über die Natur" des Empedokles und aus den hippokratischen Schriften behandelt, wobei der Schwerpunkt auf ihren verschiedenen kulturellen und pragmatischen Kontext und auf die Ziele und Methode der Verfasser gelegt wird. Von diesem komplexen Panorama ausgehend wird dann die Frage gestellt, inwieweit sich solche Texte durch moderne naturwissenschaftliche Begriffe interpretieren lassen, und was sie den heutigen Naturwissenschaftlern noch zu sagen haben.
Elemente in sehr kleinen Konzentrationen oder Volumina werden heute nachgewiesen, um geologische Anreichungsprozesse oder klimatische Veränderungen zu verstehen oder zu rekonstruieren. Auch die Entwicklung neuer Materialien setzt voraus, dass man ihre Zusammensetzung sehr genau charakterisieren kann. Anhand von einigen Beispielen soll gezeigt werden, mit welchen Methoden man Spurenelemente in Klimaarchiven oder geologischen Proben quantitativ nachweisen kann und welche "Geschichten" uns diese Elemente erzählen.
Der spekulative Geist der Griechen lebt fort in der Naturwissenschaft, vornehmlich dort wo diese an die Grenzen empirischer Überprüfbarkeit stösst. Das gilt insbesondere für Elementarteilchenphysik und Astro-Kosmologie, die den Ursprung der Dinge im ganz Kleinen und ganz Grossen erforschen. Viele Schlüsselkonzepte und -befunde dieser modernen Disziplinen, wie Teilchensymmetrie, Vakuumenergie oder Raumzeithorizont, weisen erstaunlich (?) grosse Ähnlichkeiten mit gewissen Vorstellungen antiker Denker auf. Eine neue Wiedergeburt der Antike?
Dieser Workshop fällt wegen Erkrankung des Referenten leider aus! Die Teilnehmer/innen werden in die anderen Workshops umgeteilt.
Ovid schildert am Beginn der Metamorphosen die Entwicklung der Welt vom Chaos zu einem geordneten System, dem Kosmos. Er greift dabei auf griechisches Wissen zurück wie zum Beispiel die Kugelgestalt der Erde und die Sphären. Der Workshop beschäftigt sich mit Ovids Weltbild, seinen griechischen Quellen und der Wirkung bis zu Kepler und Brahe. Ein Physiklehrer und ein Lateinlehrer präsentieren Materialien und Konzepte, wie dieses spannende Thema im Unterricht behandelt werden könnte.
Raum: Aula
In seinem Dialog "Timaios" verwendet Platon Erkenntnisse aus der von Pythagoras geprägten Mathematik seiner Zeit zur Erklärung unserer Welt. Im Workshop sollen zwei Kernstellen mit der "Sphärenharmonie" und den platonischen Körpern vorgestellt und diskutiert werden.
Raum: U44
Wir stellen Modelle der Fächervernetzung und Lernziele vor, die im Rahmen eines Forschungsprojektes am Gymnasium Liestal entwickelt wurden. Weiter zeigt der Workshop an Beispielen aus dem Unterricht auf, mit welchen Methoden fächerübergreifende Lernleistungen gefördert und beurteilt werden können.
Raum: U07
Die Korpuskeln, die Atome und das Leere bilden seit der klassichen Zeit der Griechen die Basis der "diskreten" Lektüre der Naturphänomene. Texte und Experimente von Demokrit bis Robert Boyle.
Die Vier-Elemente-Lehre (Feuer, Wasser, Luft, Erde) des Aristoteles und die Drei-Prinzipien-Lehre (Quecksilber, Schwefel, Salz) des Paracelsus trifft man kombiniert als wichtige "continuum" Lektüre der Naturphänomene bis ins 17. Jahrhundert.
Texte und Experimente aus verschiedenen Epochen.
Raum: 111
Wer den Namen des Pythagoras hört, denkt an die Gleichung a2 + b2 =
c2. In der antiken Überlieferung rankt sich eine verwirrende Vielzahl
von Nachrichten und Konzepte um den "Weisen von Samos", die ganz andere
Facetten dieser Persönlichkeit erkennen lassen (Wiedergeburtslehre,
Vegetarismus, Sphärenharmonie etc.). Im Vortrag soll versucht werden,
unter Zuhilfenahme moderner soziologischer Ansätze den historischen Kern
dieser schillernden Persönlichkeit herauszuarbeiten und sie in den
Kontext der vorsokratischen Naturphilosophie einzuordnen.
Raum: 121
Bei der antiken Atomlehre handelt es sich nicht um eine am Schreibtisch erfundene Theorie, die ganz zufällig einige Ähnlichkeiten mit modernen Vorstellungen hat. Es sind auch physikalische Beobachtungen miteinbezogen worden wie etwa Effluxionserscheinungen, welche auf das Vorhandensein von unsichtbaren, unveränderlichen Bausteinen der Materie schliessen liessen. Die Beobachtungen sind von Demokrit begonnen, von einigen Ärzten weitergeführt und von Lukrez ausführlich dargestellt worden und liegen auf derselben Ebene wie die Argumente, die nach der Wiederentdeckung der antiken Atomlehre von Daniel Sennert, Joh. Chrysostomus Magnenus, Isaak Newton u.a., unter ausdrücklicher Bezugnahme auf Demokrit und Lukrez, vorgebracht wurden.
Raum: 122

Teilnehmer/innen

Eröffnung durch den Präsidenten des SAV, Lucius Hartmann

Referat von Prof. Dr. D. Günther

Workshop von Martin Müller

Referat von Prof. Dr. B. Binggeli

Teilnehmer/innen