Schweizerischer Altphilologenverband
Association Suisse des Philologues Classiques
Associazione Svizzera dei Filologi Classici
 

Bulletin 84/2014

Inhalt

 

Vorwort

Die Umfrage und Auswertung Latein-Curriculum und Lektionen-Dotation in der Schweiz gibt uns einen sehr wertvollen und guten Ueberblick über die Stellung der Alten Sprachen in der Schweiz. Die angehängten Bemerkungen zu den erfolgreichen Bemühungen im Kanton Tessin um das Fach Griechisch sollten uns ermutigen, selbstbewusst für unsere Fächer einzustehen.

Die Jump & run-App des SAV Mythic runner ist ein sehr gelungenes Beispiel dafür, wie die Vertreter der Alten Sprachen sich immer wieder an die Zeichen der Zeit anpassen. Wo es diese originelle App zu holen gibt, kann auf der Seite www.latein.ch/app nachgelesen werden.

Ausserdem findet sich die Einladung und Anmeldung zur diesjährigen Jahresversammlung in diesem Bulletin.

Zum Schluss möchte ich auch noch auf den 4. Lateintag in Brugg hinweisen.

Auf eine anregende Lektüre!

Petra Haldemann
 

Thematischer Artikel

Latein-Curriculum und Lektionen-Dotation in der Schweiz

Zur Umfrage

Vor einiger Zeit wurden die kantonalen Fachschaftsvertreter von Paola Calanchini um Informationen über das Curriculum und die Stundendotation des Faches Latein in ihrem Kanton gebeten.

Ein herzliches Dankeschön an alle für ihre Rückmeldungen!

Anlass zur Umfrage gab die besonders kritische Lage in Bern: Der stark verschuldete Kanton Bern hatte nämlich im März eine reduzierte Lektionentafel (gültig ab 2017) präsentiert, mit der sich vor allem die Lehrkräfte von Französisch, Italienisch und Latein nicht einverstanden erklären konnten.
Das gesamte Curriculum hätte für das Grundlagenfach lediglich 3 Jahre betragen bzw. eine Dotation von 11 Lektionen umfasst, die Maturaprüfung hätte bereits Ende Sekunda stattgefunden!
Nach lebhafter Diskussion wurde von der ED dann doch Ende Juni eine revidierte Lektionentafel verabschiedet. Dabei hat u. a. das von den Fachlehrpersonen vorgebrachte Argument, dass Latein im Vergleich zu den allermeisten anderen Kantonen ungebührlich schlecht abgeschnitten hätte, zur Erarbeitung der milderen Variante beigetragen.
Die neue Tafel sieht nun für das Grundlagenfach Latein ein 4-jähriges Curriculum mit Maturaprüfung Ende Prima vor sowie eine Dotation von 13 Lektionen (Aufteilung 3–3–3–4). Natürlich ist es nach wie vor wenig, aber es sieht immerhin besser aus als bei der ersten Variante der Lektionentafel. Die Bemühungen haben sich also gelohnt.
Das Schwerpunktfach ist mit 14 Stunden dotiert (Aufteilung 3–3–4–4); diese Zahl ist für alle SF gleich.

Nun müssen bekanntlich auch andere Kantone sparen, so dass Vieles im Umbruch ist. Schon in etwa zwei bis drei Jahren (so liess sich aus den Rückmeldungen entnehmen) wird es in mehreren Kantonen anders aussehen, und leider zu Ungunsten des Faches. Die nachfolgende Übersicht wird daher nur eine kurze Gültigkeit haben. Immerhin bietet sie
a) eine Vorstellung der jetzigen Gesamtsituation und zeigt insbesondere, wie gross die Diskrepanz in der Stundendotation je nach Kanton ist, während das Niveau der Matura–Prüfung nicht entsprechend abweichen sollte!
b) eine Unterstützung, insofern als bei geplanten Sparmassnahmen der Vergleich mit besser dotierten Kantonen helfen mag, den Anspruch auf ein gewisses Quantum an Lektionen im eigenen Kanton zu legitimieren.

Aus den eingegangenen Daten hat sich übrigens gezeigt, dass ein Latein-Obligatorium von einem Jahr oder ein Einstieg über die Kombination von Latein und Kultur der Antike die Anmeldungen für die nächsten Jahre fördert.
Umgekehrt wirkt sich die oft durch die Planung bedingte Konkurrenzierung von Latein durch eine andere Sprache (z. B. Englisch) bei der Fächer-Wahl natürlich negativ aus und sollte daher möglichst aufgehoben werden.

Liebe Kolleginnen und Kollegen:
• Es lohnt sich also doch, Sparmassnahmen zu überprüfen und zu hinterfragen;
• Ferner mag das Zusammenspannen mit ähnlich gestellten Fächern im Hinblick auf eine günstigere Positionierung des Faches von bedeutendem Vorteil sein.

Paola Calanchini

Angaben: Angegeben werden (in den allermeisten Fällen) die Dauer des Curriculum und (überall) die Stundendotation des Faches. Angesichts der Vielfalt der Modelle war manchmal eine Straffung der Daten unumgänglich (z. B. ist der Unterschied zwischen dem Kurzlatein als GF und dem Intensivkurs schwer auszumachen).

Stand: September 2014 (für drei Kantone sind keine Angaben eingegangen).

Aargau

Dauer: unterschiedlich.

Dotation: 10.5 (Latein intensiv erst an der Sek. II) bis 29.
Sek. I, 7.–9. Schuljahr: 11 (Aufteilung 3–4–4)
Sek. II, 10.–11. Schuljahr: 6 (Aufteilung 3–3)
Sek. II, 12.–13. Schuljahr, SF: 12 (Aufteilung 6–6); sonst 2 bis 4.5 Lektionen. Sek. II, Latein intensiv: 10, 5 Lektionen (Aufteilung 3–3–3–3 während ein Semester),

Appenzell Innerrhoden

Dauer: 6 Jahre

Dotation: 22 Lektionen
Untergymnasium: 2 Jahre, 4–3 Jahreslektionen (GF)
Gymnasium: 4 Jahre, 3–3–4–5 (SF)

Appenzell Ausserrhoden

Dauer: 6 Jahre

Dotation: 12 (Anfänger auf Sek. II) bis 18 Lektionen Latein; dazu ein SF Alte Sprachen mit höherer Dotation.
Sek. I: 6 Lektionen
Sek. II, sowohl Fortgeschrittene als auch Anfänger: 12 Lektionen.
SF Alte Sprachen: 6 JLektionen Latein in der 9. und 10. Klasse + 15 JLektionen Latein oder Griechisch in der 11. und 12. Klasse.

Basel-Land

Dauer: 6 Jahre

Dotation: 24 Lektionen
Sek. I: 8 (Aufteilung 4–4)
Sek. II: 16 (Aufteilung 4–4–4–4).

Basel-Stadt

Dotation: 21 bis 27.
Sek. I: 6 Lektionen
Sek. II: 21 Lektionen (sowohl für Fortgeschrittene als auch für Latein-Einsteiger mit SF).

Bern

Die Lage lässt sich nicht einheitlich darstellen, da auch Privatschulen mit anderen Modellen Latein anbieten. Anbei das gewöhnliche Modell:

Dauer: 5 Jahre

Dotation: 12 (Latein intensiv) bis 21.5 Lektionen.
Sek. I, 8. und 9. Schuljahr (dieses kann sowohl in manchen Grenzgemeinden als auch bereits im Gymnasium, als Quarta, besucht werden: 6.5 Lektionen (3–3.5)
Sek. II, SF ab Tertia: 15 Lektionen (Aufteilung 4–5–6, davon eine Lektion sog. Akzentfach auf Stufe Prima)
Stufe II, GF ab Tertia: 9 (Aufteilung 3–3–3).
Sek. II, Latein Intensiv ab Tertia (wird an einzelnen Gymnasien angeboten): 12 (Aufteilung 4–4–4).

Glarus

Dauer: 6 Jahre (2 Jahre Fach „Kultur und Sprache der Antike“ + 1 Jahre Latein auf Sek. I–Stufe + 3 Jahre auf Sek. II–Stufe )

Dotation: 16.5 (Fach „Kultur und Sprache der Antike“ inbegriffen)
Sek. I: 7 („Kultur und Sprache der Antike“ im 1. und 2. Jahr, Aufteilung 2–2 + Latein im dritten Jahr, 3 Lektionen)
Sek. II, GF: 9.5 (3–3–3 im ersten Semester und 4 im zweiten).

Graubünden

Kantonsschule Chur:

Dauer: 4 bis 5 Jahre

Dotation:
Langzeitgymnasium: 13 Lektionen (Aufteilung 4–3–2–2–2)
Kurzzeitgymnasium: 11 Lektionen (Aufteilung 3–3–3–2).

Jura

Dauer: 6 Jahre (3 Sek. I + 3 Sek. II)

Dotation: 20 (GF) bis 25 (SF) Lektionen, je nach Typus, d. h. SF 25 Lektionen (Aufteilung Sek. I: 2–4–4; Aufteilung Gymnasium, SF: 5–4–6; Aufteilung Gymnasium, GF: 3–3–4).

Luzern

Abweichungen je nach Schule möglich.

Dotation: 15 bis 17 Lektionen
Sek. I: 3 Lektionen
Sek. II, SF: 14 Lektionen,
Sek. II, GF: 12 Lektionen.

Neuenburg

Dauer: 4 Jahre (1 Jahr Sek. I / II + 3 Jahre Sek. II)

Dotation: 16 Lektionen, falls alle 4 Jahre belegt werden. 14 Lektionen, falls Latein nur 3 Jahre lang auf Sek. II– Stufe besucht wird (Aufteilung 2–4–4–6 bzw. , falls nur 3 Jahre Unterricht, 4–4–6).

Nidwalden

Dauer: 3 Jahre, nur auf Sek. II–Stufe.

Dotation: 18 Lektionen, alle zusammengedrängt auf die letzten drei Jahre vor der Matura (Aufteilung 6–6–6).

Obwalden

Latein wird nur als Schwerpunktfach angeboten.

Dotation: 15 Lektionen.

Sankt Gallen

Dauer: 4 (Latein intensiv erst an der Sek. II) bis 6 Jahre

Dotation: 10.5 (Intensivkurs) bis 21.
Sek. I: 6 Lektionen (Aufteilung 3–3)
Sek. II, SF: 15 Lektionen (Aufteilung 4–4–3–4)
Sek. II, Latein intensiv: 10.5 (Aufteilung 3 im 2. Semester –3–3–3).

Schaffhausen

Dauer: 5 Jahre

Dotation: 21 Lektionen
Sek. I: 3 Lektionen
Sek.–II: 18 Lektionen (Aufteilung 4–4–5–5).

Schwyz

A) Einsiedeln:
Latein wird als obligatorisches Grundlagenfach geführt, kein Schwerpunktfach.
A1) Langzeitgymnasium
Dauer: 6 Jahre
Dotation: 19 Lektionen.
A2) Kurzzeitgymnasium
Dauer: 4 Jahre
Dotation: 13 Lektionen.

B) Kantonsschulen Kollegium Schwyz, Ausserschwyz, Immensee, Theresianum Ingenbohl:
Latein wird ausschliesslich als Schwerpunktfach in den letzten drei Jahren vor der Matura geführt.
Dauer: 3 Jahre
Dotation: 12 (Theresianum) bis 14 Lektionen (verschiedene Aufteilungen).

Solothurn

Dauer: 4 (Anfänger auf Sek. II–Stufe) – 6 Jahre (Sek. I: 2 Jahre, Sek. II: 4)

Dotation wenn Sek. I inb. 18 bis 23 Lektionen.
Sek. I: 6 Lektionen (3–3)
Sek. II, SF: 17 Lektionen (Aufteilung 4–4–4–5)
Sek. II, GF: 12 Lektionen (Aufteilung 3–3–3–3)

Dotation für Anfänger auf Sek. II–Stufe: 12.

Tessin

Dauer: 6 Jahre (2 auf Sek. I-, 4 auf Sek. II-Stufe)

Dotation: 19 bis 22 Lektionen.
Sek I: 6 Lektionen (Aufteilung 2–4)
Sek. II, SF: 16 Lektionen (Aufteilung 4–4–4–4)
Sek. II, GF: 13 Lektionen (Aufteilung 4–3–3–3).

Thurgau

Latein wird ausschliesslich auf Sek. II Stufe und zwar als SF geführt.

A) Kantonsschulen
Dauer: 3 Jahre
Dotation: 13 Lektionen (Aufteilung 4 bis 5, je nach Semester).

B) Erwachsenengymnasium TSME
Dauer: 3 Jahre
Dotation: 5.5 Lektionen (Aufteilung 1 bis 3, je nach Semester)

Uri

Kein Latein.

Waadt

Dauer: 6 (3 Jahre Sek. I + 3 Jahre Gymnasium)

Dotation: 21 (GF) bis 26 (SF) Lektionen (Aufteilung Sek. I: 4–4–4; Aufteilung Gymnasium, SF: 5–4–5; Aufteilung Gymnasium, DF: 3–3–3).

Wallis

Dauer: 5 Jahre (1 Jahr Sek. I, 4 Jahre Sek. II)

Dotation: 24 Lektionen
Sek. I: 5 Lektionen
Sek. II: 19 (Aufteilung 4–5–5–5)

Zug

A) Kantonsschule in Zug:
Dauer:
- langes Curriculum 6 Jahre (Langzeitgymnasium)
- kurzes Curriculum 4 Jahre.

Dotation:
- langes Curriculum: SF 22 (Aufteilung 3–3–4–4–4–4); GF 18 (Aufteilung 3–3–3–3–3–3)
- kurzes Curriculum: 12 (Aufteilung 3–3–3–3).

B) Kantonsschule Menzingen
Dauer (Kurzzeitgymnasium): 4 Jahre, davon 1 Jahr obligatorisch für alle, dann 3 Jahre GF oder FF, kein SF.

Dotation: 12 Lektionen (Aufteilung 3–3–3–3).

Zürich

Dauer: 4 (Anfänger auf Sek. II-Stufe) bis 6 Jahre.

Dotation: Die Stundendotation variiert pro Schule, die ungefähren Bandbreiten betragen Sek. I: 8.5 bis 11 Lektionen (Aufteilung z. B. 5–3.5)
Sek. II: 12 bis 16 Lektionen (Aufteilung z. B. 4.5 –3.5–3–5); ev. + 2 Lektionen Präferenzkurs.

 

Anzeigen und Mitteilungen

Invitation à l’assemblée générale de l’ASPC, le vendredi 21.11.2014 à Berne

Chères et chers collègues, care colleghe e cari colleghi, liebe Kolleginnen und Kollegen
Le comité de l’ASPC a le plaisir de vous inviter à une visite guidée du Musée d’Histoire de Berne et à l’assemblée générale.

Vendredi, 21 novembre 2014, 16h00 au Bernisches Historisches Museum, Helvetiaplatz 5, 3005 Bern, www.bhm.ch. Inscription obligatoire.

13.45La SSPES à la rencontre des MINT (Inscription obligatoire via WBZ/CPS)
16.00Visite au Musée d’Histoire de Bern par le Prof. Dr. Felix Müller
17.30Jahresversammung des SAV 2014/Assemblée annuelle de l’ASPC 2014
Hotel Kreuz, Zeughausgasse 41, 3000 Bern, www.kreuzbern.ch, salle selon indication sur place

Tagesordnung/Ordre du jour

  1. Protokoll der Jahresversammlung / Procès-verbal de l'assemblée 2013
  2. Jahresbericht des Präsidenten / Rapport du président
  3. Kassabericht; Mitgliederbeitrag / Rapport de la caissière; cotisation des membres
  4. Kassarevision / Révision de la caisse
  5. Wahlen von Vorstand, Präsident und Delegierten / Élections
    Rücktritte:
    Vorstand: Andrea Jahn – Nachfolgerin: Lucia Orelli
    Präsidium: Lucius Hartmann – Nachfolger: Martin Müller
    Delegierter: André Füglister – Nachfolger: Andreas Külling
  6. Anträge/Mitteilungen des Vorstands / Motions et propositions du comité
  7. Anträge und Vorschläge der Mitglieder / Motions et propositions des membres
  8. Varia
18.45Apéro et repas au restaurant La Nonna, Speichergasse 29, 3011 Bern (www.lanonna.ch)

Meilleures salutations
Lucius Hartmann, président

Inscription pour la visite guidée et / ou pour le repas (avec mention viande ou végétarien) jusqu’au 14 novembre à lucius.hartmann@philologia.ch ou au 044 361 20 86

Jahresbericht 2013 des Präsidenten

Liebe Mitglieder des SAV,

nach den letztjährigen Wirren um das Latinum ist 2013 zunächst wieder etwas Ruhe in die Diskussion um die Alten Sprachen eingekehrt, eine allerdings trügerische Ruhe, wie die vom Kantonsrat verlangte Einführung eines lateinlosen Untergymnasiums im Kanton Zürich und die von der Regierung geplante Abschaffung des Schwerpunktfachs Griechisch im Kanton Bern zeigt. Obwohl dort nur gerade 0.5% der potentiellen Schülerinnen und Schüler Griechisch wählen, wäre es doch fatal, wenn einer der bevölkerungsreichten Kantone der Schweiz das traditionsreichste Schwerpunktfach künftig nicht einmal mehr auf dem Papier anbieten würde. Zusammen mit der Schweizerischen Vereinigung für Altertumswissenschaften (SVAW) hat der SAV eine Reihe von Massnahmen ergriffen, um dieses geradezu undenkbare Szenario zu verhindern: Unsere Online-Petition hat über 5000 Unterschriften bekommen und konnte diesen Dienstag direkt dem Präsidenten des Grossen Rats übergeben werden, unser Leserbrief wurde in einigen Berner Zeitungen abgedruckt, unser Schreiben wurde allen Grossräten des Kantons zugestellt. Nun bleibt allein die Hoffnung, dass die Vernunft schliesslich doch noch über den von Sparzwängen verursachten Schnellschuss der Politik triumphieren möge.

Dass wir überhaupt wissen, wie viele Schülerinnen und Schüler im Kanton Bern das Fach Griechisch besuchen, ist der im vergangenen Vereinsjahr erstmals durchgeführten schweizweiten Umfrage des SAV zu verdanken, welche im Gegensatz zu den Statistiken des Bundes die realen Schülerzahlen der Fächer Latein und Griechisch abbildet. In unermüdlicher Arbeit hat unser Kollege Theo Wirth das benötigte Zahlenmaterial eingefordert und ausgewertet, wofür ihm hier nochmals ganz herzlich gedankt sei. Das Resultat erweist die Aussagen der Untergangspropheten offensichtlich als falsch: Nach wie vor belegen fast ein Fünftel aller Schülerinnen und Schüler an unseren Gymnasien ein altsprachliches Fach, wobei der Kanton Appenzell Innerrhoden mit einem Anteil von beinahe 50% das Maximum bildet. Gleichzeitig lassen sich in der Statistik auch die latein- und griechischlosen Inseln der Schweizerischen Bildungslandschaft erkennen, wobei der Kanton Uri durch das vollständige Fehlen altsprachlichen Unterrichts negativ auffällt.

Mit dem Ziel, die Latein- und Griechischschülerinnen und -schüler für ihre Leistungen zu belohnen, wurde dieses Jahr erstmals das Certamen Helveticum durchgeführt. Rund 25 eingegangene Schülerarbeiten zum Thema „Soll man sich politisch betätigen? (Cicero, de re publica 1, 9)“ wurden von der Jury – Rudolf Wachter, Christine Stuber, Beno Meier – begutachtet. Die Siegerarbeit von Ella Müller kann auf unserer Website eingesehen werden. Der Jury und dem Organisator im Hintergrund, unserem Vorstandsmitglied Daniel Rutz, gebührt unser Dank für die geleistete Arbeit. Im kommenden Jahr läuft der Wettbewerb unter dem Namen Ἀγὼν Ἑλβέτιος und richtet sich an die Graeculi und Graeculae; das Thema lautet „Ewige Jugend und vollkommene Schönheit (Homer, Odyssee 5, 192–227)“.

Der SAV konnte dieses Jahr gleich zwei Weiterbildungen anbieten, die beide jeweils in einer sehr anregenden Umgebung stattfanden. Einerseits ermöglichte uns der griechische Staat die Durchführung einer Weiterbildung am European Cultural Center in Delphi, wo die rund 30 Teilnehmenden aus allen Sprachregionen dem von den Professoren Bierl und Bouvier ab-wechslungsreich gestalteten Programm mit grossem Interesse folgten und die Pausen zwischen den Referaten zu einem regen Austausch nutzten. Andererseits führte uns die von Martin Müller wie immer sehr gut organisierte Weiterbildung in St. Gallen zu den wunderbaren Handschriften der Klosterbibliothek. Die kleine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen wurde von der Auswahl der Texte nicht enttäuscht und konnte viele Anregungen für die eigene Lektüre und den Unterricht gewinnen. Vielen Dank, Martin, für Deine engagierte Arbeit – wir freuen uns alle schon auf die nächste Weiterbildung, welche uns voraussichtlich an den Anfang der griechischen Literatur, zu Homer, führen wird.

Diesen Januar haben erstmals vier Kantonskorrespondenten an der Vorstandssitzung des SAV teilgenommen und über den Zustand des altsprachlichen Unterrichts in ihrem Kanton berichtet. Aus erster Hand liess sich der Vorstand über die Situation in Schaffhausen, Graubünden, Genf und Waadt informieren, und es freut mich sehr, dass wir im Anschluss an unsere Jahresversammlung mit Antje Kolde gleich eine Korrespondentin hören werden. Parallel dazu wurden die Kontakte mit dem „Groupe romand des études grecques et latines“ verstärkt, wodurch die gegenseitige Unterstützung über den Röstigraben hinaus ermöglicht wird. Diese Arbeit der Vernetzung soll im kommenden Januar mit weiteren Kantonen fortgesetzt werden. Auch mit den Verbänden aus Deutschland und Österreich wurde im Nachgang zum letzten DAV-Kongress die Zusammenarbeit intensiviert: Zeichen dafür sind die beiden Artikel zur österreichischen Zentralmatur, die im letzten Bulletin erschienen sind, sowie die Möglichkeit, am nächsten DAV-Kongress in Innsbruck als Präsident eine Grussbotschaft des SAV zu überbringen – das Motto „Latein baut Brücken“ ist im Übrigen vom Forum Alte Sprachen Zürich geprägt und vom DAV dorther übernommen worden.

Vom VSG aus haben den SAV zwei Vernehmlassungen betroffen: Zum einen die Frage nach der Revision der Rahmenlehrpläne, die der SAV verneint hat, und zum anderen die Rückmeldung zum Lehrplan 21, an dessen Ausarbeitung gleich drei SAV-Mitglieder beteiligt waren: die VSG-Vizepräsidentin Gisela Meyer Stüssi, unser Vorstandsmitglied Martin Müller sowie der SAV-Kantonskorrespondent von AI, Iwan Durrer. Der Lehrplan setzt mit der Berücksichtigung der Bereiche „Lesen“, „Übersetzen und Interpretieren“, „Hören“, „Sprechen“ und „Schreiben“ neue Akzente im Lateinunterricht, ohne auf Bewährtes zu verzichten, und realisiert Erkenntnisse der modernen Didaktik, insbesondere der Mehrsprachigkeitsdidaktik, in der Praxis.

Die Idee eines grossen Newsletters an Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, welche an der letzten Jahresversammlung kurz vorgestellt worden war, konnte durch den Einsatz von Philipp Xandry in ein Detailkonzept weiterentwickelt werden, so dass die erste Nummer bereits im kommenden März verschickt werden kann, und dies dank dem Engagement der Beteiligten sogar ohne Kosten für den SAV. Weitere Informationen dazu folgen später im Verlauf dieser Sitzung.

Der Vorstand hat zudem entschieden, die PR-Kommission zu reaktivieren, da die neuen Medien, z.B. die Smartphones, auch eine neue Art der Werbung verlangen. Die Kommission hat sich bereits ein erstes Mal getroffen. Die ersten Ideen – ein antikisierendes Game als Türöffner verknüpft mit einer Facebookseite – werden später im Verlauf der GV noch präsentiert.

All diese Tätigkeiten wären nicht möglich gewesen ohne meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Vorstand, die sich mit grossem Engagement an unseren Projekten beteiligen und sich nicht scheuen, viel Zeit und Energie einzusetzen, um den Fortbestand des Latein- und Griechischunterrichts zu sichern. Mein Dank gebührt insbesondere Petra Haldemann, die uns auch dieses Jahr wieder zwei lesenswerte Bulletins zusammengestellt hat, Barbara Cristian, die zweimal unseren vereinsinternen Newsletter produziert hat, Philipp Xandry, der als umsichtiger Quästor dafür sorgt, dass uns nicht wegen der Vielzahl unserer Projekte plötzlich das Geld ausgeht, und Christine Stuber, welche uns als Protokollführerin die Resultate unserer Sitzungen zu Papier bringt. Die drei Sitzungen in Olten, Basel und Sargans waren geprägt von vielen Themen, konstruktiven Diskussionen, regem Austausch und der Entwicklung neuer Ideen.

Ich möchte an dieser Stelle auch Christine Haller danken, welche den SAV in der Euroclassica vertritt und welche im neuen Buch der Euroclassica unter dem Titel „Europatria“ den Teil zur Schweiz beigesteuert hat. Mein Dank gilt auch allen regionalen Initiativen, welche die Stellung und die Präsenz der Alten Sprachen in der Öffentlichkeit zu verstärken helfen, so dem Lateintag, der neu von Iris Karahusic präsidiert wird, „Latein macht Schule“, dem Kulturmonat IXber, der dieses Jahr unter dem Motto „dibidäbi – tibi dabo“ steht, und dem Forum Alte Sprachen Zürich, welches sich dieses Jahr durch die Gründung eines Gönnervereins, der „fautorum antiquitatis societas“, eine breitere Basis gegeben hat.

Lucius Hartmann (lucius.hartmann@philologia.ch)

Procès verbal de l’assemblée générale de l’ASPC du 22.11.2013

Lausanne, Gymnase de Beaulieu à 16h15

Présents : cf. liste de présence (18 personnes)
Excusés : (comité) Christine Stuber, Andrea Jahn, Petra Haldemann, Rudolf Wachter ; (membres) Claude Aubert, Johann Brülisauer, Barbara Bucher-Isler, Paola Calanchini, Bruno Colpi, Bernhard Diethelm, Hans-Ueli Gubser, Alois Kurmann, Martin Meier, Silvia Meyer, Ivo Müller, Fredi Seiler, Stefan Stirnemann, Theo Wirth, Walter Wandeler.

1. Protokoll der Jahresversammlung / PV de l’assemblée générale de l’ASPC 2012

Le point 3 Rapport du caissier est corrigé comme suit : Les recettes totales s’élèvent à 10'894.40 fr (et non à 11'894.40 fr.) Après correction, le rapport du caissier est accepté à l’unanimité.

2. Jahresbericht des Präsidenten/ Rapport du président

Voir publication dans le bulletin.

3. Rapport du caissier / cotisation des membres (Philipp Xandry).

Les dépenses totales s’élèvent à 11'077.05 fr et les recettes à 10'029.85 fr. Le dépassement des dépenses de 2'118.-fr. est dû à la réimpression du flyer, à la mise en œuvre du concours Certamen helveticum (non prévu au budget) et à des recettes plus basses que prévu. La fortune s’élève à 26'118 fr au 31.07.2013

4. Kassarevision / Révision des comptes

Philipp Xandry lit le rapport des vérificateurs des comptes de Matthias Geiser et Urs Albrecht. Les comptes annuels sont acceptés à l’unanimité et l’assemblée donne sa décharge au caissier. Le montant de la cotisation reste inchangé.

Le budget 2013/2014 prévoit 9'000 fr. de recettes et 11'000 fr. de dépenses. Une dépense extraordinaire de 3'000 fr. sera débattue et votée au point 5 pour la création d’une App. Le budget est accepté à l’unanimité par l’assemblée qui remercie Philipp Xandry pour son travail.

5. Anträge und Mitteilungen des Vorstands / Demande et communications du comité

a) Le concours de grec et de latin (Daniel Rutz)
Daniel Rutz présente le nouveau concours de l’association de grec et de latin (Certamen helveticum et Ἀγὼν Ἑλβέτιος), qui récompense par des bons d’achat pour des livres les trois meilleurs travaux. La première édition, qui s’est déroulée en latin (certamen helveticum), a reçu la participation de 25 travaux. La deuxième édition est actuellement en cours. Le sujet retenu pour cette dernière est un extrait de l’Odyssée d’Homère et le sujet donné est « Jeunesse éternelle et beauté parfaite » qui peut être téléchargé sur le site. Le prix de 500.- fr est offert par le Club Grand Hôtel & Palace.

b) PR-Kommission (Lucius Hartmann)
La commission PR constituée de Lucius Hartmann, Philipp Xandry, Daniel Rutz, Simon Küpfer et Tobias Ebneter propose d’utiliser, en plus du flyer déjà existant, les nouveaux moyens de communication pour atteindre les jeunes et les amener au latin/grec. Il s’agirait d’une part d’utiliser Facebook et de l’autre de créer une App pour Smartphones. Celle-ci serait réalisée par des élèves, car, étant proche de groupe cible, ils connaissent très bien leurs habitudes. Il pourrait s’agir par exemple d’un jeu d’action où il faudrait répondre à des questions pour accéder au niveau suivant et gagner ainsi « l’accès à nos branches ». Le jeu aura surtout une visée « publicitaire », et non didactique, il ne devra pas être brutal et devra pouvoir s’adresser aux filles comme aux garçons. Le graphisme doit jouer aussi un rôle important. L’App pourrait sans trop de problèmes être disponible dans les 3 langues. Le jeu nécessitera un investissement unique de max. 3000.- et devrait être disponible gratuitement vers septembre/octobre 2014. Quant à la question d’un possible développement ultérieurdu jeu, la réponse dépendra surtout des moyens financiers à disposition.
La dépense unique de 3000.- pour ce projet prévue dans le budget 2013/2014 est acceptée à l’unanimité.

c) Grosser Newsletter (Philipp Xandry)
Philipp Xandry présente le projet de la newsletter. Elle sera envoyée deux fois par an par voie électronique aux politiciens, aux responsables des départements de l’instruction, cantonaux et fédéraux, ainsi qu’aux médias. Celle-ci pourra également être envoyée aux membres. La newsletter sera intitulée « Facta & Figurae ». Sur la page une se trouverait l’article principal, ainsi que des citations, des news et une photo pour attirer l’attention. Sur la deuxième page, il y aurait un article plus court sur l’enseignement, une image pour attirer le regard, une étymologie, l’agenda et l’impressum. La newsletter ne sera pas traduite, mais elle contiendra des articles rédigés dans les différentes langues nationales.
Martin Müller suggère que l’article principal ne soit pas trop long, car cela risquerait de décourager le lecteur.

6. Anträge und Vorschläge der Mitglieder / Demandes et propositions des membres.

Antje Kolde demande que davantage d’informations et pages officielles soient traduites en français.
Walter Stricker propose que les examens de maturité soient disponibles sur le site Internet de l’association. Lucius craint une comparaison des examens, si les épreuves étaient publiées. La question sera discutée au comité.
Dominik Humbel propose que le nom de l’association soit modernisé, tout comme le logo. Cette question sera également discutée en comité.

7. Varia

La prochaine AG aura lieu le vendredi 21.11.2014
Les news peuvent être suivies sur www.swisseduc.ch/altphilo/news
Le « Lateintag » se tiendra le samedi 8 novembre 2014. A cette occasion aura lieu le concours de théâtre (Theaterwettbewerb) Phaedri fabulas fingite.
A ne pas manquer non plus le Μαθητῶν ἀγών qui récompense les meilleurs travaux de maturité en grec et le prix Josef-Delz en latin.

Toutes les informations se trouvent sur www.philologia.ch/Schule

Lucius signale encore l’exposition « göttlich menschlich » à Zurich.

Gisela Meyer Stüssi remercie Lucius Hartmann pour son engagement en faveur du maintien du grec dans le canton de Berne.

Fin de la séance à 17h40.

Après l’assemblée générale, Antje Kolde présente « Latin forum », le nouveau moyen d’enseignement du canton de Vaud

Pour le procès verbal, Täuffelen, le 27.11.2013, Barbara Cristian (barbara.cristian@philologia.ch)
Lateintag

4. Schweizerischer Lateintag, Samstag, 8. November 2014 in Brugg-Windisch

PRODESSE ET DELECTARE

Das Motto will zum kommenden 4. Lateintag einladen, der Nützliches und viel Vergnügen verspricht!

QUID NOVI IN HOC DIE?

24 höchst interessante, aufschlussreiche und unterhaltsame Workshops und Kurse verlocken wieder zum Mithören, Mitdenken und Mitmachen. Es bietet sich einmal mehr die Möglichkeit, mit dem Latein bekannt zu werden oder gar in die Welten der lateinischen Sprache einzutauchen und die vielfältigen Spuren, die sie hinterlassen hat, aufzunehmen. Neben Fachleuten, Spezialisten und grossen Kennern des Lateins geben an diesem Lateintag auch Junge ihre Kenntnis an Junge weiter: Sie alle werden die Teilnehmer (Kundige wie Unkundige) durch spannende Bereiche ihres Wissens geleiten und ihnen viel Nützliches auf vergnügliche Weise vermitteln.

Beispiele wie „De humani corporis Latino – Latein in der Medizin“ oder „Ars amatoria oder die Kunst zu lieben“ sowie „Endung gut, alles gut“, „Latein für Romanisten“ und „Einst orator – heute Philologe – Quintilian, bilde uns aus!“ werden es zeigen: Wer Latein kennen lernt, versteht mehr vom Leben!

Ein besonderer Genuss wird dieses Mal das klingende Latein sein, das sowohl im unvergänglichen Orpheus-Mythos auflebt als auch in den gregorianischen Gesängen „Ad Vesperas de die“. Erbaulich sind gewiss Einblicke in die Welt des Films „Der Kaiser als Brandstifter? Der Brand Roms in Hollywood und bei Tacitus“ oder „Romanes eunt domus! Latein im Film“, was neben Vergnügen auch interessante Erkenntnisse zu Tage fördern wird. Aufzuschlüsseln gibt es u.a. „Ein Zaubertäfelchen von Kempraten“ oder die ausgeklügelte Sprache in „Harry Potter und das magische Latein“, bis zu Begriffen aus unserer Moderne wie: „Smartphone, U-Bahn, Segelflugzeug – Wie heisst es doch gleich auf Lateinisch?“ Man wird es erleben: Latein macht Freude!

Das Schicksal von Stifterinnen im Mittelalter wie „Klara, Agnes und Elisabeth – heilige mächtige Frauen in Königsfelden“ wird ebenso berühren wie die Diskussion unter „Zwei Juristen, drei Meinungen – Wann ist eine Ehe unauflöslich?“ Dies sind nur einige von vielen Bereichen, in denen sich unser kulturelles Leben in Gegenwart und Vergangenheit im Latein widerspiegelt und das Programm am Lateintag so reichhaltig werden lässt.

Zum ersten Mal werden die hochmodernen Räumlichkeiten des neuen Campus der FHNW in Brugg-Windisch dem Lateintag zur Verfügung stehen. Dort wird auch für verschiedene römische Culinaria während des Tages gesorgt sein. Die Katholische Kirche hingegen bietet den musikalischen Beiträgen einen angemessenen Rahmen; das Vindonissa-Museum ist als Veranstaltungsort ebenso dabei.

PHAEDRI FABULAS FINGITE!

Als freigelassener Sklave stellte Phaedrus (1.Jht. n. Chr.) erstmals eine Sammlung von 5 Büchern mit insgesamt 145 Fabeln (Fabulae Aesopiae) zusammen und suchte damit den Menschen und Mächtigen seiner Zeit einen Spiegel vorzuhalten. Nicht ohne Humor, aber auch schulmeisterlich moralisierend zielt er in einfacher, natürlicher Sprache auf zeitpolitische Probleme, die nach Darstellung verlangen.

In einem Theaterwettbewerb messen sich Kantonsschüler/innen mutig in der Darbietung tierischer Geschichten dieses Fabeldichters, – unter der Bedingung, dass hier und da etwas Latein durchklingt und geschulte Ohren und offene Herzen erfreut. Die Moderation übernimmt Bernadette Schnyder in lateinischer Sprache, - eine besondere Herausforderung auch an die Hörer!

Festlicher Ausklang im Salzhaus Brugg

Ein fulminantes Schlussbouquet gegen Abend eröffnet die Big Band der FHNW im Salzhaus Brugg.

Mit seiner Festrede zum Thema „Vom Säen und Pflanzen – oder was Kompost mit Latein zu tun hat“ wird Dr. Christian Utzinger (Uni Zürich) dozieren und das Auditorium unterhalten. Als Abschluss des Lateintages soll sich das prodesse und delectare noch einmal bewahrheiten, indem sich die Festgemeinde bei musikalischer Begleitung an der beliebten römischen Puls ausgiebig laben und stärken kann.
(Weitere Informationen über: www.lateintag.ch)

MUTATIS MUTANDIS:

Eine neue Trägerschaft sichert die Fortführung des Lateintags nach dem Rücktritt von Marie Louise Reinert, der langjährigen Präsidentin, der die Initiierung des Lateintags zu verdanken ist. Seit April 2013 wird das Präsidium des Lateintags von der Professur für Didaktik der romanischen Sprachen und ihre Disziplinen, Dr. Giuseppe Manno, finanziell getragen und unterstützt. Die Fachdidaktik Latein ist der Didaktik der romanischen Sprachen angegliedert.

Mit Pius Meyer als Dozent für Fachdidaktik Latein und als neuer Präsident des Organisationskomitees Schweizerischer Lateintag ist eine gewisse Absicherung des Weiterbestehens dieser wichtigen Institution gewährleistet.

Dennoch bleibt die Sorge um die Zukunft des Studienfachs Latein, auch wenn die Schülerzahlen noch recht erfreulich sind. Es ist an uns, der Öffentlichkeit immer wieder Gelegenheit zu geben, Latein als Fundus unseres Kulturguts zu erfahren und seine Bedeutung zu erkennen, damit wir Nachwuchs fördern können und die lateinische Sprache auch weiterhin lebendig bleibt!

UT VIVAT LINGUA LATINA!

Albert Weitnauer Preis für die Arbeitsgruppe Latein macht Schule

Die vierkantonale Arbeitsgruppe Latein macht Schule aus der Region Nordwestschweiz wurde am 23. September mit dem Albert Weitnauer Preis, einem Check in der Höhe von Fr. 10'000.-, ausgezeichnet. Damit will die Albert Weitnauer Stiftung den langjährigen Einsatz der Arbeitsgruppe für das Latein im Bildungsraum Nordwestschweiz würdigen.

Die Arbeitsgruppe besteht aus Lehrpersonen und Schulleiter/innen aus den Kantonen AG, SO, BS, und BL. Dank ihrem unermüdlichen bildungspolitischen Einsatz ist es gelungen, das Latein in der Sekundarstufe I zu erhalten. www.lateinmachtschule.ch gibt Auskunft über die Arbeit der Gruppe.

An der würdigen Preisverleihung sprachen Regierungsrat Christoph Eymann, Bildungsdirektor des Kantons Basel Stadt, und Ständerat Felix Gutzwiller über die ungebrochene Wichtigkeit des Lateins in der heutigen Zeit. Albert Weitnauer war erster Staatssekretär der Schweiz und langjähriger Botschafter der Schweiz in London. Er gründete die Albert Weitnauer Stiftung, deren Zweck die Förderung der Alten Sprachen in der Regio Basiliensis ist.

Nach wie vor sind die Alten Sprachen bildungspolitisch unter Druck. Die Arbeitsgruppe Latein macht Schule nimmt die Auszeichnung als Bestärkung ihrer Bemühungen entgegen, Latein zu einem attraktiven Schulfach weiter zu entwickeln und seine Bedeutung in der Bildungslandschaft sichtbar zu machen.

Martin Müller

Mythic runner – die Jump & run-App des SAV

Die PR-Kommission des SAV (Lucius Hartmann, Tobias Ebeneter, Simon Küpfer, Daniel Rutz) lässt durch die Firma typnotic, die aus mehreren Schülern und Lehrlingen besteht, eine Jump & run-App für Smartphones entwickeln, um potentielle Schülerinnen und Schüler auf das Latein aufmerksam zu machen. Die Spielerin oder der Spieler schlüpft in die Rolle des Minotaurus und versucht, im Labyrinth Theseus zu entkommen. Dabei stellen sich dem Minotaurus verschiedene Hindernisse in den Weg, die es zu umgehen oder zu überspringen gilt. Bleibt man trotz geschickten Fingern in einem Hindernis hängen, hat man die Möglichkeit, sich durch die richtige Beantwortung einer Multiple choice-Frage zum Latein oder zur Antike allgemein ein weiteres Leben zu verschaffen. Durch Verweise auf unsere Werbeseite latein.ch hat das Zielpublikum die Möglichkeit, die benötigten Antworten zu finden und gleichzeitig weitere Information zu den alten Sprachen zu erhalten. Jeweils beim Start des Spiels wird ein „Fun fact“ zum Latein eingeblendet (z.B. „Wusstest Du, … dass mehr als 50% der englischen Wörter lateinische Wurzeln haben?“). Eine kurze Schilderung des Mythos rundet die App ab. Die App wird ab Anfang November im AppStore (Apple) bzw. PlayStore (Google) zum kostenlosen Download zur Verfügung stehen. Sobald die App verfügbar ist, werden wir die Mitglieder des SAV per Mail und auf der Website über den Link zum Downloaden informieren. Für nächstes Jahr ist eine zweite Version mit einer weiblichen Hauptfigur (z.B. Atalante oder Daphne) geplant. Durch grosszügige Spenden des Forums Alte Sprachen Zürich und der Freunde der Alten Sprachen konnte ein grosser Teil der Entwicklungskosten abgedeckt werden, wofür an dieser Stelle herzlich gedankt sei.

PR-Kommission

Certamen Helveticum

1. Rückblick auf den ersten ἀγὼν Ἑλβέτιος 2014

Dieses Jahr veranstaltete der SAV zum ersten Mal den gesamtschweizerischen ἀγών. In Form eines Essays galt es das Thema „Ewige Jugend und vollkommene Schönheit“ gestützt auf einer Textpassage aus der Odyssee (Hom. Od. 5, 192-227) zu untersuchen. Insgesamt wurden zwei Arbeiten eingereicht.

Die Siegerin, Katja Hofmann (4. Klasse, Alte Kantonsschule Aarau), verknüpfte auf pfiffige Weise die Textpassage mit dem heutigen Zeitgeist, indem sie z.B. zur „ewigen Jugend“ zu bedenken gab, „[...] dass das Alter [nicht] wertlos sei und die Jugendjahre die beste Zeit. Das ist eine ziemlich stereotypisierte Ansicht. In jedem Lebensabschnitt ist man mit Herausforderungen und Schwierigkeiten konfrontiert, genauso halten die verschiedenen Lebensabschnitte auch einzigartige Vorrechte bereit. Jedes Alter ist doch gleichwertig. Jünger heisst überhaupt nicht unbedingt spannender, sinnvoller oder gar lebenswerter.“ Die Autorin fragte sich auch, weshalb der Verfasser der Odyssee dieses Thema aufgegriffen hat: „Homer könnte auch gezeigt haben wollen, dass es gewisse Dinge gibt, die nicht für die Menschen gemacht wurden, sondern, so würde er es wohl ausdrücken, den Göttern vorbehalten sind.“
http://philologia.ch/Schule/docs/certamen_2014_gewinner.pdf

2. Ausschreibung certamen Helveticum 2015

Im Schuljahr 2014/15 veranstaltet der SAV einen Lateinwettbewerb (certamen Helveticum). Teilnahmeberechtigt sind Schülerinnen und Schüler, der letzten drei Jahre vor dem Abschluss des Faches (d.h. in der Regel in der drittletzten, zweitletzten und letzten Klasse vor der Matur). Die besten drei Arbeiten werden mit Büchergutscheinen (300 CHF für beste Arbeit, 200 CHF und 100 CHF für zweit- und drittplatzierte Arbeiten) belohnt.

Die Teilnahme am Wettbewerb erfordert eine vertiefte Auseinandersetzung (eigenständige Interpretation) mit einem lateinischen Originaltext in Form eines Essays (Siehe dazu das Merkblatt_Essay unter „weiterführende Links auf der Homepage“). In dieser Auseinandersetzung mit dem Text können die Schülerinnen und Schüler über Inhalt und sprachliche Form der Texte nachdenken sowie die überlieferten Normen und Verhaltensweisen und literarischen Ausdrucksformen zu modernen in Beziehung setzen. Dabei wird keine vollständige Übersetzung erwartet, das Essay sollte aber erkennen lassen, dass die Auseinandersetzung mit dem Originaltext im Vordergrund steht. Dies kann z.B. geschehen, indem Ausschnitte der selbst verfassten Übersetzung in den Text einfliessen.

Die Arbeiten sind in einer Schweizer Landessprache abzufassen. Die Einreichung erfolgt über die Lehrperson (elektronisch und ein Exemplar in Papierform; zusätzlich ist eine von der Schülerin oder Schüler unterschriebene Bestätigung beizulegen, dass die Arbeit selbständig verfasst worden ist). Die Lehrperson ist gebeten, der Schülerin oder dem Schüler unterstützend zur Seite zu stehen (z.B. Tipps zum Verfassen eines Essays), soll aber weder inhaltlich noch korrigierend eingreifen. Die Gewinner werden schriftlich vor den Sommerferien benachrichtigt.

Thema: Was ist wirkungsvoller: Text oder Bild?
(Catull, carmen 64, Verse 52–70 und Fresko „Ariadne“ im Haus des Meleager (Pompeji))

Verfassen des Essays: 14.9.2014 – 31.3.2015
Einreichung: Daniel Rutz, Melibündtenweg 22, 8887 Mels, daniel.rutz@philologia.ch
elektronische Form: PDF-Datei
3–5 Seiten, Schriftgrösse 12pt, Zeilenabstand 1.5, max. 20000 Zeichen (mit Leerzeichen)
Jury: Prof. Dr. Rudolf Wachter, Dr. Beno Meier, Christine Stuber

Weitere Hinweise: http://www.philologia.ch/Schule/certamen.php
Bitte beachten Sie die weiterführenden Links auf der Homepage:
- http://philologia.ch/Schule/docs/certamen_de.pdf
- http://philologia.ch/Schule/docs/SAV_Merkblatt_Essay.pdf

Cum plus non audeant …

Hemmige

Cantandi quidam non sunt cupidi,
cantando nam sunt nimis timidi
nec more meo umquam cantitant,
cum plus non audeant.
‘s git Lüt, die würde alletwäge nie
es Lied vorsinge, so win ig itz hie,
eis singe – um ke Prys, nei, bhüetis nei !,
wil si Hemmige hei.
Audaces esse quidem cupiunt
et infelices sese sentiunt,
et saxa quasi corda gravitant,
cum plus non audeant.
Si wäre vilicht gärn im Grund gno fräch
und dänke, dass sig ihres grosse Päch,
und ‘s laschtet uf ‘ne win e schwäre Stei,
dass si Hemmige hei.
Hoc esse scio malum aegrius,
sed etsi nihil ducis turpius,
inviti timidi nos superant,
cum plus non audeant.
I weiss, das macht eim heiss, verschlaht eim d’ Stimm,
doch dünkt’s eim albe o, ęs sig nüt so schlimm,
‘s isch glych es Glück, o we mir’s gar nid wei,
dass mir Hemmige hei.
Qua homo distat re a simia?
Non cute, caudae nec absentia,
non homines quod peius scansitant
- cum plus non audeant.
Was underscheidet d’ Mönsche vom Schimpans?
‘s isch nid di glatti Hut, dr fählend Schwanz,
nid dass mir schlächter d’ Böim ufchöme – nei,
dass mir Hemmige hei.
Imaginare viros lepida
spectata puella ac pulcherrima !
Nunc crura tantum paulum spectitant,
cum plus non audeant.
Me stell sech d’ Manne vor, wenn’s anders wär,
und ‘s chämt es hübsches Meiteli derhär!
Itz luege mir doch nume chli uf d’ Bei,
wil mer Hemmige hei.
Si mundum hunc corruptum videris,
interitum adesse reberis.
Et unum saltem omnes optitant :
ne nunc plus audeant !
Und wenn me gseht, was hüt dr Mönschheit droht,
de gseht me würklech schwarz, nid nume rot,
und was me no cha hoffe, isch allei,
dass si Hemmige hei !
Martin Meier (mameschnue@hotmail.com)

Latino e Greco nella scuola ticinese: situazione e prospettive

Durante il seminario svoltosi a Delfi nell'agosto 2013 si è dedicato uno spazio all'esame della situazione delle lingue antiche, del greco in particolare, nei diversi Cantoni dai quali provenivano i partecipanti. Alla base della riflessione c'è una generale preoccupazione per la sopravvivenza delle lingue antiche nel sistema scolastico svizzero.

Per quanto riguarda il Ticino l'anno scolastico 2012/13 è stato un annus horribilis per le iscrizioni al greco nella prima liceo. Va precisato che il sistema scolastico ticinese, dopo la scuola elementare di cinque anni, è suddiviso in due tronconi: quattro anni di scuola media unica obbligatoria che possono portare poi all'iscrizione al Liceo, o alla Scuola di Commercio (entrambi quadriennali), o ad iniziare un apprendistato nel mondo del lavoro. Il latino fa il suo ingresso in terza media, come materia opzionale, con due ore in terza e quattro ore in quarta media, metà delle quali sono fuori dalla griglia oraria: ciò significa che metà delle ore di latino nella scuola media si svolgono sul mezzogiorno, oppure dopo che sono terminate le lezioni obbligatorie, verso la fine della giornata scolastica.

Nel panorama generale delle lingue il francese cessa di essere obbligatorio in terza media, diventando materia facoltativa, mentre fa il suo ingresso in terza media l'inglese obbligatorio: il tedesco è già obbligatorio dalla seconda media. Si può dunque constatare quanto sia impegnativo il settore delle lingue nella scuola media, e quanto sia cruciale il terzo anno: molti allievi continuano lo studio del francese, e chi sceglie di studiare latino mantiene per lo più anche lo studio del francese. Dunque il profilo dello studente latinista di terza media è quello di un allievo che studia contemporaneamente, oltre all'italiano, il tedesco, il francese, l'inglese, il latino. Si tratta perciò di operare una scelta piuttosto impegnativa e che richiede molteplici stimoli: da parte della famiglia, della scuola (gli insegnanti di latino fanno conoscere la materia alle classi di seconda e, in alcuni casi, negli incontri serali con le famiglie e con la direzione dell'Istituto), talora anche per cause accidentali: Harry Potter, un nonno latinista in famiglia, alcuni amici coetanei che decidono di curiosare nel latino. Questi ultimi operano le cosiddette 'scelte a grappolo', cioè un gruppo inizia compatto, ma potrebbe sfaldarsi anche ben presto nel suo insieme e abbandonare il latino in quarta.

Le direzioni scolastiche generalmente apprezzano il valore aggiunto dello studio del latino e cercano di risolvere i problemi di griglia oraria (Stundenplan) per allievi e docenti.

Una delle principali ragioni dell'iscrizione al corso di latino nella scuola media è costituito dall'interesse degli allievi per la mitologia, per la storia antica, per l'archeologia: pochi pensano al miglioramento della lingua italiana attraverso la lingua latina. Il contesto generale dell'apprendimento delle lingue (italiano a parte) prescinde da un metodo grammaticale, ed il latino pone l'allievo nella necessità di affrontare con metodo lo studio di una lingua: quasi una novità, di fronte alla quale alcuni allievi gettano la spugna, pensando di non essere all'altezza del compito per rifugiarsi nel contenitore più ludico delle lingue seconde. Circa il 50% degli allievi di terza media continua lo studio del latino in quarta.

Il greco può iniziare soltanto in prima liceo e solo se si sceglie anche lo studio del latino. Dalla seconda liceo il greco diviene opzione specifica (Schwerpunkt). Ci sono dunque due momenti cruciali per la sopravvivenza dello studio del greco e, ovviamente, del latino: il desiderio di iscriversi alla prima liceo continuando il latino e affiancandogli il greco, quindi la convinzione di continuare il greco in seconda liceo. Nel sistema liceale ticinese iscriversi a greco e latino comporta di fatto l'esclusione di una lingua nazionale (francese o tedesco) e dell'inglese: le sedi liceali provvedono, per lo più, ad offrire un corso facoltativo di inglese per allievi latinisti e grecisti.

Va detto che molti sono gli abbandoni volontari del latino nel passaggio dalla prima alla seconda liceo, mentre il greco risulta un poco più stabile (ma i numeri sono modesti) nel passaggio dalla prima alla seconda liceo. Alla fine della prima liceo avviene la scelta dell'opzione specifica: è lì che lo studente interpreta il liceo come una scuola di formazione preprofessionale e in base ai suoi orientamenti di quel momento spesso ritiene che il latino (ma anche il greco) 'non gli serva'. È ovvio che, sul piano teorico, si tratta di una prospettiva riduttiva e fuorviante, ma questa è ampiamente favorita dal sistema di maturità in vigore. Ad es., chi pensa di iscriversi ad una facoltà di economia e diritto già si orienta, in seconda liceo, verso l'opzione economia e diritto; sorge a questo punto la domanda: se le cose stanno così, a chi è diretto lo studio e l'insegnamento del latino e del greco? A uno sparuto gruppetto di ipotetici futuri archeologi o storici dell'antichità, o teologi? Il contesto generale del liceo ha perso il suo senso per quanto riguarda le materie classiche, e in generale per quanto concerne l'idea di educazione : la formazione generale è stata superata dalle pseudospecializzazioni precoci, col risultato della scomparsa del latino come opzione specifica, e della difficoltà di sopravvivenza delle lingue calssiche. I frutti amari e acerbi non si fanno attendere: alla fine della quarta liceo la maggior parte degli allievi ha difficoltà con l'italiano scritto e orale.

La situazione complessiva è poi aggravata dal fatto che proprio le facoltà umanistiche offrono corsi di recupero del latino, moltiplicando l'illusione che il latino del liceo si possa recuperare in un ristretto arco di tempo all'università. In questo modo il latino (greco) del liceo appare come una scelta che si può differire all'università, non utile né necessaria a livello liceale: una calamità per la sopravvivenza delle lingue classiche.

Tornando dunque all'iter del latino e del greco nel sistema scolastico ticinese, risultano fondamentali i due anni di latino nella scuola media: è lì che l'allievo può ricevere gli stimoli per continuare al liceo le lingue classiche. Il contesto scolastico si è fatto sempre più difficile, la visione utilitaristica è sempre più dominante nel sistema educativo e nella società. La domanda di fondo è sempre la stessa: a cosa servono ormai il latino ed il greco?

Di fronte alla crisi del 2012/13 si è cercato di percorrere vie già battute e vie in parte diverse. Non ci sono strategie e rimedi sicuri, ma è invece sicuro che la situazione richiede un impegno di tutte le forze in campo. Come per il passato, ma in maniera più sistematica, si è cercato di potenziare il contatto tra i due ordini di scuola, media e liceo. I docenti di liceo si recano nelle classi di scuola media, proponendo stimoli di riflessione ed illustrando l'apporto delle lingue classiche. Gli allievi della scuola media possono venire al liceo per assistere a lezioni di latino e di greco, o ad attività che rientrano nelle giornate autogestite. Parallelamente occorre ricordare al territorio l'esistenza e l'importanza della cultura classica: l'Associazione Italiana di Cultura Classica – Delegazione della Svizzera Italiana organizza a questo scopo una decina di conferenze all'anno, sia specialistiche sia divulgative. Talora allievi del liceo, accompagnati dai loro docenti, assistono a queste conferenze.

Anche gli incontri tra i docenti di latino della scuola media e del liceo sono assai utili non solo per analizzare i problemi, ma anche per motivare ulteriormente l'operato dei docenti: la rassegnazione e la frustrazione possono minare alla base qualsiasi insegnamento, a maggior ragione se questo succede al docente di lingue classiche. Questi si trova ad operare senza alcuno scudo protettivo (obbligatorietà, opzionalità), i suoi spazi di manovra sono molto ristretti, e solo se riesce a comunicare in modo efficace può sperare (senza garanzie) di non ritrovarsi senza allievi da un anno all'altro.

Il 2013/14 ha registrato un aumento eccezionale, soprattutto a Lugano, delle iscrizioni a latino-greco in prima liceo, mentre per il 2014/15 si assiste ad un ridimensionamento, ad eccezione di Lugano.

È difficile dire se dovremo abituarci a questi alti e bassi, o se torneranno tempi migliori. Di sicuro non possiamo più sperare nella sopravvivenza delle materie classiche senza un impegno straordinario da parte di chi opera sul campo, sotto tutti i profili: dalla didattica all'impegno massimo, sia dentro sia fuori dalle ore di lezione. Ecco perché alcuni docenti investono persino il loro tempo di vacanza, e senza una copertura finanziaria, per organizzare ed effettuare attività altamente formative: si pensi, ad es., ad una trasferta con gli allievi in luoghi di interesse archeologico, vicini o lontani.

All'orizzonte non si intravvede la volontà della scuola di ridarsi dei solidi contenuti di base e di tornare a formare una solida cultura generale: Harmos e le sue 'competenze' prefigurano un mondo di 'furbi' e di 'svelti' che si traggono d'impaccio in qualche modo davanti ad un problema. Sarà sempre meno importante il saper pensare per darsi un metodo: l'obiettivo delle lingue classiche continuerà tuttavia ad essere questo e non cambierà a causa delle mode.

Benedino Gemelli, Liceo Bellinzona e Esperto per l'insegnamento del Latino nella Scuola Media ticinese

Kulturmonat IXber

IXber (November) - Zeit für den mittlerweile achten lateinischen Kulturmonat in St. Gallen. Dieses Jahr steht er unter dem Motto "Latein auf Reisen". Stichwort- und Themengeber war das St. Galler Stiftsarchiv, dessen zur Zeit laufende, sehenswerte Ausstellung "Vedi Napoli e poi muori – Grand Tour der Mönche" die Romreisen von Benediktinermönchen seit dem Mittelalter dokumentiert. Ein grosser Teil des Quellenmaterials ist - natürlich - lateinisch. Besonders ergiebig sind die lateinischen Reisetagebücher aus dem Barock. Aus ihnen stammt auch der Text des diesjährigen Certamen translatorium, an dem Lateingymnasiasten aus St. Gallen, den beiden Appenzell und Graubünden teilnehmen. Das detaillierte Programm findet sich auf der Website der Organisatoren: http://ixber.ch/web.php/cK5oB_/IXber_Lateinnovember.html; Hinweise zur Ausstellung des Stiftsarchivs: http://www.vedinapoli.ch/

Aenigma

Zum Schluss noch ein Rätsel: Woher stammt das folgende Gedicht? Am besten die SchülerInnen fragen! (Auflösung im nächsten Bulletin)

Arbor Josue

Quod invenire volui,
non invenire potui.
Montes summos ascendebam,
campos latos percurrebam,
tantum ut essem tecum,
tu autem esses mecum.
Cucurri et reptavi,
haec moenia superavi,
tantum ut essem tecum,
tu autem esses mecum,
sed non investigavi,
quod diu queritavi.
Mellea labra osculatus
mirifice sum medicatus:
in summis digitis amate
salutem sensi desperate.
Arsit velut incendium
accensum desiderium,
sum lingua angelorum fatus
manu diabolo ligatus,
obscura nocte calfactatus,
sed velut lapis congelatus –
Quod invenire volui,
non invenire potui.
In regnum sanctum credo,
liberrime concedo,
omnes colores mundi
videntur tunc confundi,
sed immo nihilominus
per orbem curro incitus.
Vincula fregisti,
catenas solvisti
et crucem tulisti
et pudorem meum –
bene scis me credere …
sed non investigavi,
quod semper queritavi.

Bruno Häuptli, bruno@haeuptli.ch
 

Weiterbildung

Brücken in und nach Innsbruck – am DAV-Kongress vom 22.–25.4.2014

„Passt scho!“, sagten die Innsbrucker und gaben dem DAV Gastrecht, als er auf der Suche nach einem Universitätsgebäude für den Bundeskongress 2014 war. „Passt scho!“ finden auch die Teilnehmer/-innen aus der Schweiz, denn passender hätte der Tagungsort für das Thema „Alte Sprachen bauen Brücken“ tatsächlich nicht sein können: Brücken zeigen sich nicht nur reichlich im Namen und Stadtbild von „Oenipons“, sondern auch in seiner Geschichte und seiner Gastfreundlichkeit.

Das Programm des Bundeskongresses ist wie immer überwältigend. In fünf Zeitslots werden jeden Tag parallel fünf bis zehn Vorträge oder Arbeitskreise angeboten. Da geht es um neue Forschungstendenzen, griechische und lateinische Literatur, Sprachunterricht, Didaktik und Methodik des AU oder Nachbardisziplinen wie Archäologie und Papyrologie.
Schon im Zug nach Innsbruck heftige Diskussion: Sollen wir uns unter Anleitung eines Theaterregisseurs als Elektra im argumentativen Sprechen üben oder in heutige Jugendliteratur wie Percy Jackson abtauchen? Oder doch lieber hören, was es mit den positiven Erfahrungen mit dem Lateinunterricht am Berliner Gymnasium auf sich hat? Die Rezeption des Arachne-Mythos in der darstellenden Kunst scheint sehr attraktiv, der angekündigte Ideenstrauss zur Behandlung von Inschriften im Unterricht ebenfalls. Wie war das mit den Grossstadtproblemen im antiken Rom? Eine intensivere Beschäftigung mit neulateinischen Texten klingt ebenfalls verlockend. – Die Qual der Wahl ist gross. Die Zahl der namhaften Referenten ebenfalls. Leider ist es unmöglich, alle Referate und Arbeitskreise zu besuchen, die wir uns angekreuzt haben. Da heisst es, nach reichlich Zögern und Abwägen Abstriche zu machen.
Am Dienstagabend die Empfangsveranstaltung, Mittwochmorgen um 9 Uhr Start der Vorträge. Nach einer Einführung ins Geocaching diskutieren wir am Donnerstag, wie wir eine e-Schnitzeljagd in Zürich umsetzen könnten. Wir sind begeistert: Diese Idee hat Potential! Die Alten Sprachen mit Spiel und Spass einem breiteren Publikum nahezubringen, das könnte unser nächstes Projekt werden! Vielleicht lässt sich da das am Mittwoch kennengelernte Gedicht De itinere ad montem Utliacum von Theodor Collinus irgendwie einbauen? Der Brückenschlag von Pygmalion zu Robotern und Avataren zeigt uns einmal mehr die Genialität und den Aktualitätsbezug Ovids. Schliesslich rettet Shiptons Schwein die Welt und führt uns in die Lesewelt unserer Schülerinnen und Schüler zurück. Sie soll bald auch die unsere werden!
In den Pausen blättern wir an den zahlreichen Ständen der Verlage neugierig in den neusten Latein- und Griechisch-Schulbüchern, Textsammlungen, Kommentaren, Übersetzungen und in reichlich Sekundärliteratur. Die jüngsten Trends in der Schulbuchliteratur werden uns am Abend der Verlage erläutert. Sicher ist: Unsere Koffer sind am Tag der Heimreise deutlich schwerer.

Mit vielen Ideen für neue Unterrichtsprojekte und voll Motivation, diese auszuprobieren, kehren wir nach vier intensiven Tagen nach Zürich zurück – nicht ohne BeDauern. Denn das spannende Programm, das der DAV geboten hat, und die vielen Kontakte und Möglichkeiten zu Gesprächen über die Ländergrenzen hinweg haben den Kongress zu einem interessanten Begegnungsort gemacht. Nicht zu vergessen die Sehenswürdigkeiten von Innsbruck und der Ausflug ins Café Sacher …

Der Kongress und sein Tagungsort liessen unzählige Brücken entstehen, die zum Überqueren, Erkunden und Verbinden einluden. Nur schade, dass auch dieses Jahr sehr wenige Vertreter/-innen aus der Schweiz diese Gelegenheit wahrnahmen. „Passt scho!“, würde der Innsbrucker in seiner lockeren Art dazu sagen, denn 2016 findet ja der nächste DAV-Bundeskongress in Berlin statt – dann hoffentlich mit einer grösseren Delegation aus der Schweiz. Denn erst wenn auch wir Schweizer Altphilologinnen und Altphilologen das Brückenangebot rege nutzen, passt‘s wirklich!

Gabriela Trutmann
 

Euroclassica

ELEX und EGEX 2014

Auch in diesem Jahr führt die Euroclassica im Rahmen des europäischen Tags der Sprachen den europaweiten Wettbewerb ELEX (Latein) bzw. EGEX (Griechisch) durch. Die Prüfung dauert 40 min und umfasst Multiple choice-Fragen zu einem lateinischen (bzw. griechischen) Text. Teilnehmen können alle interessierten Latein- bzw. Griechischschüler/innen. Wer den Wettbewerb mit seiner Klasse (Voraussetzung: Lehrbuchphase abgeschlossen) durchführen möchte (die Prüfung muss vor Weihnachten absolviert werden), soll sich bis spätestens am 15. November bei Christine Haller (christine_haller@hotmail.com) melden. Weitere Informationen sowie frühere Prüfungen findet man unter http://www.eccl-online.eu

Lucius Hartmann (lucius.hartmann@philologia.ch)

Euroclassica – Conférence annuelle et AG 2014 – Copenhague, 29-31 août

C’est le dernier weekend d’août que se tiennent traditionnellement la Conférence annuelle et l’Assemblée générale d’Euroclassica: cette année, le rendez-vous avait lieu à Copenhague où, après avoir brièvement renoué avec l’été, nous avons fini par être très copieusement arrosés…

Les conférences ont eu lieu dans une annexe du ministère de l’éducation, bâtiment traditionnel sis le long d’un canal et transformé en salle de séminaire. On y a développé l’histoire de l’enseignement des langues anciennes au Danemark en gros de la Renaissance à nos jours, avec un accent particulier mis sur les réformes actuelles : comme le reste, l’enseignement est globalisé ; on développe les mêmes concepts partout pour rencontrer les mêmes difficultés, mais chacun espère néanmoins avoir réinventé la roue. Les élèves qui optent pour les langues anciennes – apprentissage de la langue et traduction – et/ou la culture classique – un programme qui porte essentiellement sur les œuvres en traduction et leur réception et/ou extension dans la pensée occidentale, autrement dit l’héritage culturel, littéraire et philosophique des Anciens – sont très peu nombreux, mais leur nombre va en s’accroissant, ce qui réjouit nos collègues. Si l’enseignement des langues anciennes n’a jamais occupé une place de premier plan au Danemark, il faut toutefois savoir que s’y est accompli dès le début du 13e s. un intense travail de traduction des auteurs d’expression latine, travail qui s’est révélé avoir joué un rôle important dans le développement de la langue littéraire danoise.

La partie pédagogique se doublait d’une partie culturelle de premier plan.

Nous avons tout d’abord été accueillis au Musée Bertel Thorvaldsen, offert à la mémoire du sculpteur danois que ses compatriotes avaient attiré chez eux au nez et à la barbe des Munichois, alors qu’il avait passé de nombreuses années en Italie. On est ou on n’est pas sensible aux statues néo-classiques un peu trop léchées, telles Jason ou les Grâces, par exemple, mais elles sont exposées dans un cadre pompéien très réussi qui les met en valeur. La collection personnelle des plâtres de Thorvaldsen (plâtres de ses œuvres mais aussi des œuvres majeures rencontrées en Italie ou en Grèce) et surtout sa collection d’antiques, des quantités de gemmes en particulier, sont remarquables, symboles d’une époque où tout s’acquérait le plus normalement du monde… Et le tout est enfermé dans un écrin plutôt du genre temple égyptien que grec, allez savoir pourquoi…

Le lendemain, nous avons eu l’occasion de visiter la Ny Carlsberg Glyptotek, un musée fabuleux qui s’articule autour d’un jardin d’hiver avec des palmiers hauts de 10m environ et d’autres plantes plus ou moins exotiques. La collection d’art grec était peu visible en raison de l’ouverture prochaine d’une exposition sur la statuaire grecque et la couleur, mais quand même, la conservatrice nous a ouvert la galerie et, entre les échafaudages et les caisses on a vu quelques trésors. C’est à la Ny Carlsberg Glyptotek aussi que se trouve la collection de portraits romains la plus importante du monde: plus de 300! Quelle époque que ce 19e s. finissant ! Les moyens colossaux du fameux Carl (merci papa !) lui permettaient d’acquérir les choses au fur et à mesure des découvertes ou des mises en vente. En connaisseur, il avait une idée très précise de l’ensemble qu’il voulait créer, et il y est parvenu. Il a aussi constitué une collection des civilisations méditerranéennes, y c. étrusque, que je n’ai pas eu le temps, voire la force, de visiter…

L’assemblée générale ayant été bien préparée, elle s’est déroulée sous les meilleurs auspices : la nouvelle association luxembourgeoise des professeurs de latin et de grec fait son entrée dans Euroclassica à laquelle elle rendra d’insignes services d’ordre administratif puisque l’association faîtière est légalement soumise à la Loi du Luxembourg. Une nouvelle rédaction des statuts mis en adéquation avec ladite Loi a été adoptée.

Christine Haller

Euroclassica: Academia Homerica, Athen und Chios, 11.7.–21.07.2014

Von Athen nach Chios

Nach der eindrucksvollen Besichtigung der Akropolis, des dazugehörigen Museums und des Nationalmuseums, bei der die TeilnehmerInnen der Academia Homerica die Juwelen von minoischen Artefakten bis zur modernen Architektur des Akropolismuseums bewundern konnten, ging die Reise per Fähre bei Vollmond und ruhiger See nach Chios. Neben dem Neugriechischkurs und der Lektüre des zweiten Buchs der Ilias, auf die ich noch eingehen werde, gab es ein sehr spannendes kulturelles Angebot für alle in Chios, wie zum Beispiel die Besichtung des pittoresken Masticha-Dorfes Pirgi, der der gut restaurierten hellenistischen Stadt Emporio, der Korais-Bibliothek oder des Felsen, auf dem angeblich Homer persönlich seine Schüler gelehrt haben soll.

Generationenwechsel bei den Neugriechischkursen für Anfänger und Leichtfortgeschrittene

Die TeilnehmerInnen der kleinen Gruppen des Neugriechischkurses waren mit ihren Lehrerinnen, wovon zwei sich zum ersten Mal der Herausforderung der Academia Homerica gestellt haben, höchst zufrieden. Fast alle hatten Grundkenntnisse des Altgriechischen, was ein rasches Lernen ermöglichte; sie stammten aus verschiedenen Ländern wie der Türkei, Lituanien, Holland, Dänemark, Frankreich, der Schweiz und Kanada.

Homer in the world

Die Lektüre des zweiten Buchs der Ilias für Lernende des Altgriechischen wurde von Serena Ferrando und mir geleitet. Die Fortschritte in Übersetzungstechnik und der Lernwille der Maturandin aus Spanien, der fünf griechischen Studentinnen der Byzantinistik und des mexikanischen Literaturwissenschaftlers waren beeindruckend. Dies war möglich, da Serena Ferrando, eine ausgezeichnete Philologin aus Ligurien, und ich nach Sprachgruppen differenzieren konnten. Bei jeder Übersetzungseinheit gab es ausreichend Zeit, um im Plenum auf den kulturellen Kontext einzugehen. Zudem kam die Rezeption Homers in den verschiedenen Ländern und Sprachen nie zu kurz, weil jeder etwas aus seinem Kulturkreis beitragen konnte.

Grosser Dank gebührt Christine Haller für ihre tadellose Organisation, den griechischen Sponsoren, die für alle erschwingliche Teilnahmegebühren ermöglichten, der Archäologin von Chios für ihre Präsentationen und Maria Eleftheria Giatrakou für das Found-Raising.

Astrid Eitel (Astrid.eitel@gmail.com)

Relazione sull’attività didattica svolta nell’ambito del Convegno “Homer in the world” organizzato da Euroclassica, Academia homerica, Atene-Chios, luglio 2014

La mia presenza all’annuale Convegno “Homer in the world” organizzato da Euroclassica, Academia Homerica, nel mese di luglio tra Atene e l’isola di Chios si è fatta costante negli ultimi dieci anni. L’occasione di studiare Omero nella meravigliosa cornice dell’isola di Chios, nonché quella di incontrare colleghi e studenti che provengono ormai da tutto il mondo, è davvero unica ed entusiasmante. In questa edizione appena trascorsa dell’Academia homerica ho avuto la possibilità di misurarmi con una nuova esperienza, per me del tutto positiva: quella di essere docente, insieme alla collega Astrid Eitel, per gli studenti che hanno scelto di partecipare al Convegno per approfondire i testi di Omero. Mi sono stati così affidati gli studenti di lingua spagnola e, di conseguenza, le mie lezioni sono state in spagnolo. Per la prima volta nella storia dell’Academia homerica si è optato per una diversificazione linguistica dei gruppi di lavoro nella traduzione del testo omerico, secondo la provenienza e la conoscenza delle lingue straniere di ciascuno degli alunni. L’esperienza è stata davvero interessante, perché in questo modo è stato possibile procedere nella traduzione e nel commento del testo omerico (Iliade, II) offrendo agli alunni la possibilità di esprimersi nella lingua da loro meglio conosciuta e permettendo loro di sperimentare le proprie capacità traduttive e le proprie conoscenze della lingua e del testo omerico direttamente in spagnolo. La partecipazione degli studenti è stata ottima e l’impressione è stata quella di aver realizzato un vero e proprio lavoro di squadra, con al centro i nostri alunni. Dopo il momento della traduzione dal greco allo spagnolo (e per il gruppo di studenti greci dal greco all’inglese) seguiva infatti ogni giorno un secondo momento, di condivisione e commento di quanto tradotto, questa volta in lingua inglese. Anche in questa occasione, i nostri giovani allievi hanno mostrato ottime capacità di interazione, coinvolgimento e grande interesse. Il bilancio di questa nuova esperienza come docente del gruppo di lingua spagnola nel Convegno dell’Academia Homerica 2014 non può che essere straordinariamente positivo, con l’auspicio di poter continuare nell’attività e che Euroclassica possa raccogliere l’adesione di molti altri studenti, di varie lingue e varia provenienza, con i quali dare luogo a nuove esperienze di traduzione e studio del testo di Omero.

Serena Ferrando, Genova, Italia (serena_ferrando@libero.it)
 

Rezensionen

Brigitte Cech, Lukullische Genüsse. Die Küche der alten Römer, Darmstadt (WBG, Primus Verlag) 2013

Brigitte Cech ist Archäologin und gibt Kurse zum römischen Kochen. Entsprechend handelt es sich bei ihrem Buch nicht einfach um ein weiteres Kochbuch, das die Rezepte des Apicius für unsere moderne Küche adaptiert, sondern beschreibt die römische Küche auf den Grundlagen archäologischer Befunde.

Das Buch gibt einen Einblick in alle Aspekte der römischen Kochkultur, angefangen bei den Quellen zur Ess- und Trinkkultur. Diese Zusammenstellung dürfte – so erwartet man es jedenfalls von einer Archäologin – etwas ausführlicher sein. Weiter geht es mit einem kurzen Überblick über Sitten und Bräuchen rund ums Essen und Trinken. Interessant ist hier vor allem, was sie zum Thema Gaststätten schreibt. Äusserst informativ ist eine ausführliche Übersicht über die in der Römerzeit bekannten Lebensmittel und Getränke, ihre Herkunft und ihre Verwendungsarten. Eine Quelle für alle, die sich beim Nachkochen römischer Rezepte über einzelne heute unbekannte Lebensmittel oder Gewürze genauer informieren möchten!

Äusserst hilfreich beim Nachkochen römischer Rezepte ist die Einleitung zu den Kochrezepten, denen der letzte Teil des Buches gewidmet ist.

Ins Auge fallen die schönen Abbildungen der Speisen, die Appetit machen aufs Essen und natürlich zuerst aufs Nachkochen. Die Rezepte sind erprobt, neben den Originalrezepten in deutscher Übersetzung findet sich jeweils eine moderne Kochanleitung mit Mengenangaben und Kochanleitung. Zum Nachkochen bedarf es meiner Meinung etwas Übung, für gänzlich Ungeübte dürften die Anleitungen etwas gar kurz sein.

Das Buch beginnt mit einer fiktiven Zeitreise eines Gourmetjournalisten an den Tisch des L. Licinius Lucullus und endet mit einer Zusammenstellung von Löhnen und Lebensmittelpreisen zu Beginn des 4. Jahrhunderts n. Chr. aus dem Edictum Diocletiani.

Vielleicht müsste man der Autorin sagen: non multa, sed multum! Amüsant und informativ ist das Buch alleweil.

Christine Stuber (christine.stuber@philologia.ch)

Ursula Heimberg, Villa Rustica. Leben und Arbeiten auf römischen Landgütern, Darmstadt/Mainz (Verlag Philipp von Zabern) 2011

Wissen Sie, was pessuli sind, bures oder prela? Pessuli sind metallene Sperrstifte für Fallriegelschlösser, bures sind Pflugbäume und prela sind Pressbäume. Mit diesen Angaben ist wohl so manchem kaum geholfen, haben wir doch heute die Kenntnis vieler technischer Begriffe verloren. Das Buch von Ursula Heimberg leistet hier in vorbildlicher Weise Abhilfe. In präziser Sprache gefassten Ausführungen, verständlichen Rekonstruktionszeichnungen sowie eindrücklichen Abbildungen gelingt es ihr, technische Errungenschaften aus dem Bereich der römischen Landwirtschaft verständlich zu machen. Neben Schlössern, Brunnen, Mühlen und Pressen werden auch die berühmten Mähmaschinen besprochen. Ergänzt werden die technischen Ausführungen von kurzen, aber erhellenden kulturgeschichtlichen Kapitel zur Gartenkultur, Schlössern, Weinbau und Rädern.

Ursula Heimberg stellt im ersten Kapitel die verschiedenen Typen der villae rusticae vor. Dabei wird deutlich, dass aufgrund der unterschiedlichen klimatischen Bedingungen zwischen den italischen, den gallischen villae rusticae und denjenigen der germanischen Provinzen unterschieden werden muss. Die Ausführungen konzentrieren sich vor allem, aber nicht ausschliesslich auf die Region des Rheinlandes; ferner werden im gleichen Kapitel die wichtigsten römischen Autoren zur Landwirtschaft (Columella, Plinius und Palladius) vorgestellt. Auf ihre Erläuterungen verweist Ursula Heimberg in allen weiteren Kapiteln. Im zweiten Kapitel stehen das Haus und der Garten im Zentrum, im dritten der Feld- und Ackerbau, im vierten der Weinbau. So entsteht ein detailliertes Panorama davon, was und wie in einer villa rustica produziert wurde. In einer Art Nachwort wehrt sich die Autorin gegen die verbreitete Meinung, die römische Landwirtschaft sei aufgrund des reichlich vorhanden Potentials an billigen Arbeitskräften (Sklaven) wenig innovativ und effizient gewesen. Sei verweist mit Recht darauf, dass sowohl Columella als auch Plinius zu einer ökonomisch effizienten Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes anleiten. Die technisch immer ausgefeilteren Entwicklungen von Geräten (Schlösser, Pressen, Mähen) sind starke Belege gegen diese Meinung. Viele Geräte sind denn auch von der römischen Zeit an bis ins 18. oder gebietsweise bis ins19. Jahrhundert ohne nennenswerte Veränderung verwendet worden.

Etwas kurz ist das Kapitel über die Menschen, welche auf einem römischen Gutshof lebten und arbeiteten, ausgefallen. Auch ökonomische Aspekte werden nur am Rand gestreift.

Das Buch besitzt eine sehr schönes Layout und sehr schöne und interessante Bilder. Eine ausführliche Bibliographie sowie verschiedene Register runden den sehr positiven Eindruck ab, den dieses Buch beim Rezensenten hinterlassen hat.

Martin Müller (martin.mueller@philologia.ch)
Binding Stiftung
Update: 27.10.2014
© webmaster
Update: 27.10.2014 © webmaster